WJB: Vorbericht auf die Saison 2026/2027

Hinter unserer weiblichen B-Jugend liegen ereignisreiche Monate mit einigen Herausforderungen, aber auch vielen positiven Entwicklungen. Nach einer turbulenten Qualifikationsphase, die in einer Veränderung des Trainerteams in der Woche vor dem entscheidenden Qualifikationsturnier in Kirchhof gipfelte, verpasste die Mannschaft den Sprung in die Regionalliga nur denkbar knapp. Trotz dieser schwierigen Ausgangslage zeigten die Spielerinnen großen Einsatz und Zusammenhalt.

In der kommenden Saison wird die Mannschaft nun in der Bezirksoberliga an den Start gehen. Kurz vor den Sommerferien ergab sich eine weitere Veränderung: Durch die Auflösung der weiblichen B-Jugend der benachbarten HSG Fernwald fanden einige Spielerinnen den Weg zu uns. Die erfreulich hohe Zahl an Spielerinnen ermöglicht es uns, wieder zwei Mannschaften für den Spielbetrieb zu melden.

Damit begann für das Team eine spannende Phase der Neufindung. Seit Ende der vergangenen Runde wurde bereits intensiv gearbeitet. Neben zahlreichen Testspielen standen mehrere Turnierteilnahmen in Hamburg, Idstein sowie die Teilnahme am international besetzten Beachhandball-Turnier in Damp auf dem Programm. Diese Veranstaltungen haben nicht nur die sportliche Entwicklung gefördert, sondern auch das Zusammengehörigkeitsgefühl innerhalb der neu formierten Mannschaften gestärkt.

Für die kommende Saison liegt der Schwerpunkt der Trainingsarbeit auf der Verbesserung des Abwehrverhaltens (spielt man nun doch eine defensivere Variante als in der C-Jugend) und dem daraus resultierenden schnellen Umschaltspiel. Darüber hinaus sollen das allgemeine Tempospiel sowie das Zusammenspiel aller Positionen weiter verbessert werden.

Der Blick nach vorne stimmt das Trainerteam dabei sehr optimistisch. Die Mannschaft verfügt über großes Potenzial, eine hohe Trainingsbeteiligung und viel Motivation, sich gemeinsam weiterzuentwickeln. Vorrangiges Ziel wird es sein, die beiden Teams zu einer Einheit wachsen zu lassen und jede einzelne Spielerin individuell zu fördern. Gelingt es, die neuen Strukturen schnell zu festigen und die erarbeiteten Inhalte konsequent auf die Platte zu bringen, ist den Mannschaften in Bezirksoberliga und Bezirksliga durchaus eine erfolgreiche Saison zuzutrauen. Vor allem aber möchten wir attraktiven, schnellen Handball spielen und als Team Woche für Woche den nächsten Entwicklungsschritt machen.

Nicht nur wir Trainer, sondern auch die Mädels freuen sich auf eine spannende, aber auch herausfordernde Saison. Bitte unterstützt uns auf der Zuschauertribüne, als Helfer bei verschiedenen Diensten, als Fahrer zu Auswärtsspielen und Training oder einfach als positive Unterstützung falls es einmal nicht so läuft wie geplant.

Wir sehen uns in der Halle.

Das Trainerteam Emma Niebergall, Bettina Stein und Sebastian Schliwa

HuLi’s goes Beachhandball

HuLi’s goes Beachhandball

Während zuhause die Temperaturen zum Wochenende in die Höhe kletterten, machten sich unsere MJA, WJB und WJC auf den Weg in Richtung der Ostsee, genauer gesagt nach Damp, um dort am internationalen Beachhandballturnier direkt an der Ostsee teilzunehmen.

Abfahrt war für alle Mannschaften samt Betreuer am Freitag, 19. Juni morgens um 7:00 Uhr an der Schäferstadthalle Hungen, wo man sich gemeinsam im Reisebus der Firma Pfann-müller-Reisen auf den Weg Richtung Damp machte.

Gegen 16:00 Uhr kam man schließlich im Sporthotel Schubybeach in Damp an. Dort war Zimmer beziehen gefolgt von einem kurzen Abendessen angesagt, bevor es gegen 18:30 Uhr auch schon das erste Mal Richtung Strand ging, da um 19:00 Uhr die große Eröffnungsfeier anstand.

Angekommen am Strand staunten alle Teilnehmenden nicht schlecht, waren sie doch nur drei der 184 teilnehmenden Mannschaften aus Deutschland und Dänemark, die an dem Turnier teilnahmen. Unter lautem Applaus aller Zuschauenden hatten alle teilnehmenden Vereine die Ehre, an den Strand und auf die Spielfelder einzulaufen.

Gegen 20:40 Uhr war es anschließend auch so weit, das erste Spiel stand für die WJB auf dem Programm. Mit 17:2 und 20:6 konnte man die erste Partie des Turniers für sich entscheiden und die ersten Punkte einfahren

Anschließend durfte nun auch noch einmal die WJC auf den Sand und ihr Können beweisen, musste sich aber leider gegen den TV Uelzen geschlagen geben. Die MJA durfte sich derweil noch ausruhen, sie starteten erst am frühen Samstagmorgen in das Turnier. 

Zurück in der Unterkunft war an Schlaf natürlich nicht zu denken und so wurde entweder der Beachvolleyballplatz noch einige Zeit bespielt oder Gesellschaftsspiele in einer geselligen Runde gespielt. Auch der erste Kontakt zu den anderen Mannschaften, die in derselben Unterkunft unterbracht waren, wurden gesucht und so bildeten sich schnell einige „Turnierfreundschaften“, welche sich über das gesamte Turnier hinweg noch weiter anfeuern sollten.

Am nächsten Morgen gegen 9:00 Uhr stand nun auch endlich das erste Spiel der MJA an, man traf auf die TSG Oberursel. Auch hier musste man sich leider knapp mit 16:15 und 12:10 geschlagen geben, wollte aber unbedingt im nächsten Spiel gegen den HSV Minden-Nord die ersten Punkte holen. Der erste Satz konnte gewonnen werden, während man sich im zweiten Satz deutlich geschlagen geben musste, die Entscheidung fiel also im Shootout, bei dem leider auch der HSV knapp die Nase vorn hatte und mit 4:5 das Spiel für sich entschieden konnte. Nichtsdestotrotz stand dank dem einen gewonnen Satz der erste Punkt auf der Seite unserer Beachtastics!

Im dritten Spiel des Tages traf unsere MJA nun auf einen bekannten aus dem Bezirk Gießen, die JSG Florstadt/Gettenau! Gegen den direkten Konkurrenten aus dem Bezirk wollte man sich auf keinen Fall die Blöße geben und einen Punkt abschenken und so gewannen die Jungs ihr Spiel Nummer drei und Spiel Nummer vier ebenfalls. Nach anfänglichen Schwierigkeiten bedeutete das am Ende der Gruppenphase Platz 2 und die damit verbundene Qualifikation fürs Achtelfinale! Da der Gegner im Achtelfinale nicht antrat, rückte man ohne zu Spielen weiter ins Viertelfinale am Sonntag.

Für unsere WJB begann der Turniertag erst gegen Samstagmittag. Um 14:40 Uhr wartete ebenfalls der HSV Minden-Nord auf die Mädels und konnte den ersten Satz nach einer schwachen Leistung für sich entscheiden. In Satz zwei zeigten die Beachtastics allerdings ihre Klasse und konnten diesen Satz deutlich mit 17:6 für sich entscheiden. Wie auch bei den Jungs, musste die Entscheidung im Shootout getroffen werden. Ein souveränes 3:0 nach zwei Schützen für unsere Mannschaft ließ die nächsten beiden Punkte auf dem Konto erscheinen. Das nächste Spiel lässt sich auch kurz zusammenfassen, Gegner nicht erschienen, bedeutet nächster Sieg für die Mädels samt Coach. Im letzten Spiel der Gruppenphase ging es nun gegen Holstebro Håndbold 90, welche man auch im Shootout besiegen konnte. Damit stand fest, unsere WJB spielt sich ungeschlagen ins Achtelfinale!

Auch unsere WJC startete besser als am Vortag ins Turnier. Gegen die HSG WaBo konnte im Shootout gewonnen werden und damit auch endlich die ersten beiden Punkte geholt werden. Im nächsten Spiel gegen Nørre Djurs HK musste man sich leider deutlich mit 0:2 Sätzen geschlagen geben, konnte aber direkt im darauffolgenden Spiel gegen den HC Spreewald deutlich mit 2:0 Sätzen gewinnen, was Platz 3 am Ende der Gruppenphase hieß und bedeutete, dass die nächsten Spiele erst wieder am Sonntagmorgen sind.

Für unsere WJB ging es am Samstagabend allerdings noch um den Einzug ins Viertelfinale, Gegner der Partie im Achtelfinale war niemand geringeres als der Gegner der letzten Partie, Holstebro Håndbold 90. Auch in diesem Spiel musste die Entscheidung vertagt werden und so ging es erneut wie in der Gruppenphase auch, ins Shootout. Auch in der Neuauflage des Spiels behielten die Beachtastics die Nerven und konnten das Shootout erneut für sich entscheiden, was die Qualifikation fürs Viertelfinale am nächsten Tag bedeutete!

Am Sonntag morgen ging es munter weiter, nachdem früh morgens schon die Zimmer geräumt wurden und Sachen gepackt wurden, ging es ein letztes Mal an den Strand, um die letzten Spiele des Turniers zu bestreiten.

Für unsere WJC hieß das konkret: Anpfiff um 9:40 Uhr gegen die HSG Nord Edemissen/Uetze II, die man im ersten Satz deutlich mit 12:6 besiegen konnte. In Satz zwei war von dieser Überlegenheit leider nichts mehr zu sehen und so musste man Satz Nummer zwei an den Gegner abgeben, hieß für alle erneutes Shootout, leider mit dem besseren Ergebnis für die HSG Nord Edemissen/Uetze II.

Schon eine Stunde später ging es gegen den nächsten Gegner, den HTV Hemer, auch in diesem Spiel musste man sich leider nach zwei Sätzen geschlagen geben und beide Punkte an den Gegner abgeben. Nichtsdestotrotz hieß die Devise: Nicht den Kopf hängen lassen und in den letzten beiden Spielen des Tages noch einmal sein Können unter Beweis stellen! 

Im vorletzten Spiel ging es gegen Snejbjerg Haandbold, erneut einen Gegner aus Dänemark. Nach einem verschlafenen ersten Satz konnte man den zweiten Satz deutlich für sich gewinnen, was erneut das Shootout ins Spiel brachte. In der Verlängerung des Shootouts konnte man nun endlich sein Können unter Beweis stellen und die ersten Punkte des Tages sammeln, was ein gutes Gefühl für das letzte Platzierungsspiel mit sich brachte. 

Der Gegner war kein Unbekannter. Man traf erneut auf Snejbjerg Haandbold und wollte auch in der Revanche das Spiel gewinnen. Und so kam es auch, Snejbjerg konnte erneut den ersten Satz für sich gewinnen, diesmal aber deutlich knapper. Satz zwei ging, wie im Spiel davor auch wieder an unsere Beachtastics und so musste das letzte Spiel wie so oft schon ins Shootout gehen. Die Entscheidung fiel auch diesmal erst in der Verlängerung, erneut mit besserem Ende für unsere Beachtastics! Damit stand fest, man sicherte sich Platz 19, eine mehr als beachtliche Leistung, wenn man bedenkt, dass die Mädels das erste Mal an einem Beachhandballturnier teilgenommen haben und ausschließlich gegen ältere Jahrgänge gespielt haben und mit Abstand die jüngste Mannschaft innerhalb ihrer Altersklasse waren. Hut ab vor dieser Leistung!

Unsere MJA hingegen war erst am Mittag in ihrem Viertelfinale gefordert. Gegen den VfL Rastede I musste man sich in beiden Sätzen leider deutlich gegen körperlich überlegene Gegner geschlagen geben, was anstatt dem Halbfinale die Platzierungsspiele mit sich brachte. Im ersten dieser beiden Spiele traf man auf einen alten Bekannten, die JSG Florstadt/Gettenau. Wie auch schon in der Gruppenphase konnte man dieses Spiel im Shootout gewinnen, was das Spiel um Platz 5 mit sich brachte. Gegen Hørning Håndbold III musste man sich unglücklich knapp in beiden Sätzen geschlagen geben, damit stand am Ende Platz 6 von 20 Mannschaften für unsere MJA zu Buche. Wie auch für unsere WJC eine beachtliche Leistung, hatte doch auch diese Mannschaft wie unsere WJC nur dreimal trainiert und das erstemal Beachhandball gespielt.

Für unsere WJB hieß es ebenfalls wie für unsere MJA am Sonntag Viertelfinale. Gegner war die HSG Nordau, die man deutlich in beiden Sätzen besiegen konnte, was den Einzug ins Halbfinale mit sich brachte!

Im Halbfinale wartete nun der bis dahin ebenfalls ungeschlagene VfL Meißen I auf unsere Beachtastics. In einem hochklassigen Spiel konnte man sich in beiden Sätzen knapp mit 14:13 und 17:15 durchsetzen und stand somit im FINALE!

Im Finale ging es anschließend gegen die HSG Laatzen Rethen, die bis dato ebenfalls noch ungeschlagen durchs Turnier gingen. In Satz Nummer eins konnten die Beachtastics groß aufspielen und all ihr Können zeigen und diesen Satz deutlich mit 19:12 für sich entscheiden. In Satz Nummer zwei ging es die gesamte Spielzeit über hin und her, keine der beiden Mannschaften konnte sich entscheidend absetzen und die HSG Laatzen Rethen konnte diesen Satz denkbar knapp mit 17:18 für sich entscheiden. Die Entscheidung in diesem hochklassigen Finale sollte also wieder im Shootout fallen. Während bei den Gästen der HSG Laatzen nur ein Schütze seinen Wurf erfolgreich verwandeln konnte, waren es auf der Seite unserer Beachtastics zwei Schützen, die erfolgreich das Tor trafen. Damit stand fest, unsere Beachtastics gewinnen ihr erstes Beachhandballturnier und bleiben UNGESCHLAGEN!

Dementsprechend groß die Freude bei allen Beteiligten, inklusive Wasserdusche für Coach und Spieler durch unsere anderen beiden Mannschaften!

Nachdem alle Mannschaften nun bei den Siegerehrungen waren, hieß es gemeinsam die Rückfahrt anzutreten. Auf dieser war nun Zeit, das erlebte einzuordnen und die gemachten Erfahrungen der letzten Tage Revue passieren zu lassen. In einer Sache war man sich allerdings schnell einig, es sollte nicht das letzte Beachhandballturnier für unsere Beachtastics gewesen sein! Fest stand zudem auch, dass man den Spielern mit dieser Fahrt eine unvergessliche Erinnerung schaffen konnte, die noch lange in Erinnerung bleiben werden, spätestens dann, wenn man sich den gewonnenen Pokal anschaut.

Ein großes Dankeschön geht zudem an alle Sponsoren, die diese Fahrt möglich gemacht haben: Martin Röhling Steinmetzmeister, Metzgerei Stein, Jakobi Kommunikationssysteme GmbH, Seelhof Systemberatung GmbH, Autohaus Reichold GmbH und Co. KG, Computer – Netzwerktechnik Görtnert und Drogerie Rossmann Hungen.

Des Weiteren gilt ein großer Dank an alle Betreuer und -Coaches, die die Mannschaften über das gesamte Turnier hinweg betreut und gecoacht haben.

WJB überzeugte erneut vor heimischen Publikum

Der Tabellenführer der Bezirksoberliga Gießen, die HSG Hungen/Lich, empfing am frühen Samstagnachmittag in der „DBS“ die Mannschaft von der HSG Lumdatal. Lumdatal ist der Zusammenschluss von fünf (!) Stammvereinen. Diese sind: TSV Londorf, TSV Allendorf, TV Mainzlar, TSV Nordeck-Winnen und TV Ruttershausen.

Die jungen Damen der weiblichen Jugend B, die von fünf (!) Spielerinnen aus der weiblichen Jugend C verstärkt wurden, begannen zunächst etwas zurückhaltend. Sie ließen die Gäste bis auf ein 3:2 herankommen, doch dann war nach vier Minuten die „Schnupperphase“ beendet. Jetzt legten die Schützlinge von Vanessa Gensterblum richtig los. 10:2 stand es nach zehn Minuten Spielzeit. Davor musste der Gästecoach seine Auszeit nehmen. Doch die brachte keine wesentliche Spielveränderung. Tor um Tor, unterstützt von einer gut reagierenden Torfrau Namens Mira „Steini“ Stein, bauten die Gastgeberinnen ihren Vorsprung aus. Selten gab es technische Fehler, dafür aber bei den Gästen. Diese wurden sofort durch schnelle Gegenstöße oder flinkes Zusammenspiel beantwortet. Zur Halbzeit führte Hungen/Lich bereits deutlich mit 24:14.

Während der zweiten Halbzeit wurde es noch heftiger für die überforderten Lumdatalerinnen. Während Hungen/Lich das Personal ohne Leistungseinbruch kräftig durchwechseln konnte, ging bei den Gästen kaum noch etwas. Der unparteiische Zuschauer hatte das Gefühl, als hätten die jungen Damen von Lumdatal längst aufgegeben. Gerade einmal zwei Tore gelangen den Gästen während der ersten zehn Minuten im zweiten Abschnitt. Zwischenstand 38:16. Lena Witzel und Co. besaßen kein Mitleid und arbeiteten auf ein überaus positives Torverhältnis hin. Anna-Marie Hoffmann, jetzt im Tor von Hungen/Lich, steuerte auch einiges in Form von gehaltene Bällen bei. Erst in den letzten zehn Minuten der Partie ließ die Konzentration bei den Bier- und Schäferstädterinnen ein wenig nach, sodass Lumdatal ein klein wenig Ergebniskosmetik betreiben konnte. Trotzdem lautete bei Abpfiff der beiden gut leitenden jungen Unparteiischen, welche von Lokalmatador Uli Will als „Patenonkel“ beobachtet wurden, das Endergebnis überdeutlich 49:23. Für die „HuLi“-C-Jugendlichen ein schöner Erfahrungswert.

HSG Hungen/Lich: Mira Marlen Stein (Tor 1.–25. Minute), Anna-Marie Hoffmann (Tor 26.–50. Minute); Johanna Merz (7), Leni Rosenkranz (4), Sophia Röhling (1), Noemi Bender (2), Lilli Richter (6), Lia Lintschnig (4/1), Hannah Freitag (9), Lena Witzel (8), Rheida Stiehler (1), Leonia Paul, Livia Goll (2) und Ella König (5).

WJB: Gegen die Profis aus Bensheim/Auerbach keine Chance

Ein etwas anderer Spielbericht

Im Endspiel um die Hessenmeisterschaft unterlag die weibliche Jugend B der HSG Hungen/Lich vor erschreckend magerer Kulisse gegen den haushohen Favoriten aus dem südhessischen Landkreis Bergstraße. 15:25 aus heimischer Sicht lautete das Ergebnis nach zweimal 25 Minuten Spielzeit.

Vor Spielbeginn gab es nur zwei Möglichkeiten, um im überregionalen Handball weiter zu spielen sowie den Titel zu erringen. 1. Gewinnen, aber mit mindestens acht Toren Unterschied. Dies war eher utopisch. 2. Ein Unentschieden, um damit einen Punkt besser in der Tabelle zu stehen als die SG 09 Kirchhof, den Vizehessenmeistertitel einheimsen und eine weitere Qualifikation für noch höhere Aufgaben erreichen . Damit hätte sich Trainer Ulli Will mehr als zufrieden gezeigt.

Beides konnten die jungen Damen der HSG Hungen/Lich nicht erzielen. Die Vorzeichen standen auch wirklich nicht gut. Julie Baumbach, mit eine der Leistungsträgerinnen fiel verletzungsbedingt komplett aus und dies auch auf längere Zeit. Merit Schweiger verletzte sich noch im Training an einem Finger der linken Nichtwurf-Hand, sodass diese Hand vor dem Spiel noch ordentlich verbunden werden musste.

Allein mit der körperlichen Dominanz der Spielerinnen von Bensheim und Auerbach waren vor Spielbeginn schon 0,5 Punkte verloren. Dies muss aber beim Handballspiel nicht unbedingt ausschlaggebend sein. Stellte man die zierliche aber durchaus flinke, clever spielende Fabienne Will neben eine der für ihr Alter überreifen Damen aus Bensheim, machte der Höhenunterschied mindestens zwei Köpfe aus sowie zwei Gewichtsklassen.

Der erfahrene Zuschauer, und davon gab es, wie bereits erwähnt, nicht viele, sah schon beim Warmlaufen der HSG Hungen/Lich keine Körpersprache. Wie ein Kaninchen, dass sich im Bau versteckt, weil der Fuchs umherschleicht.

Und so stellten sie sich zu ängstlich gegen diese Übermacht, die auch Schwächen zeigte. Zu mutlos in der Deckung – unüberlegt, überhastet im Angriff. Zeitweise, und dies ist positiv zu sehen, stemmten sich die „HuLi’s“ gegen eine zu hohe Niederlage. Dabei konnten sie den in schwarz spielenden „Flames“ öfters einen Schluck Wasser ins Feuer gießen. Dies reichte aber nicht. Zu überlegen agierte insgesamt diese Südhessenauswahl.

Zu Recht errang die HSG Bensheim/Auerbach den Hessenmeistertitel der weiblichen Jugend B (?), der von keinem (!!!) Besuch eines regierenden Mitglieds des HHV gewürdigt wurde. Traurige Vorstellung des Dachverbandes. Der Hallensprecher hätte sogar sein Mikrofon zur Verfügung gestellt.

Trotzdem muss der weiblichen Jugend B und dem Trainer/Betreuerteam gratuliert werden. Bronzemedaille bei den Hessenmeisterschaften ist zwar kein offizieller Titel, wurde auch nicht vom HHV vor Ort gewürdigt, aber wie viele Spielerinnen in diesem unserem Bundesland können sich so einen Titel ans Revers stecken? Nicht allzu viele.

Nebenbei bemerkt: Während der Halbzeitpause besuchte der achtjährige Bruder von Merit den Hallensprecher in seiner Kanzel. Traurig bat er den Mann am Mikrofon die heimischen Zuschauer zum Anfeuern der eigenen Mannschaft zu animieren. Er selbst unterstützte unentwegt rhythmisch trommelnd die ganzen 50 Minuten seine Mannschaft. Das Bitten des jungen Mannes wurde weitergegeben. Genutzt hat es nichts oder wenig. Ebenfalls traurig!

HSG Hungen/Lich: Maren Neuheuser (Tor), Sophie Knott (Tor), Emelie Rende (Tor, n.e.); Luna Mattig, Fabienne Will, Sophia Kauder, Amelie Knoblauch, Nia Büchner, Sina-Marie Franz, Annika Reichhart, Luana Schäfer (2), Jana Büschel (3), Merit Schweiger (10/3).

WJB: Eine überragende Sophie Knott sicherte den Sieg

WJB: Eine überragende Sophie Knott sicherte den Sieg

Es war das alles in allem interessanteste sowie emotionsvollste Spiel an diesem „Jugend-Oberliga-Sonntag-Nachmittag“ in der kühlen Dietrich-Bonhoeffer-Sporthalle zu Lich. Leider blieben viele Sitzplätze auf den Tribünen frei. Das Spiel verdiente mehr Aufmerksamkeit, da in der Endrunde (Platz 1 – 6) der Oberliga, Hessens höchster Spielklasse, nicht nur irgendein Verein seine Visitenkarte abgab, sondern ein Mitfavorit um die Hessenmeisterschaft, die SG 09 Kirchhof. Nur ein Sieg bedeutete, dass man dem derzeitigen Tabellenführer HSG Bensheim/Auerbach (8:2 Punkte) noch ein Bein stellen könnte, da beide Kontrahenten jeweils mit 6:4 Punkten auf den Rängen zwei und drei standen.

Wie bei der weiblichen Jugend A mussten die Verantwortlichen Ulli Will und Alexander Macht auf einige Stammspielerinnen krankheitsbedingt verzichten. Dazu kam die Doppelbelastung von vier jungen Damen, die im Spiel zuvor bei der weiblichen A-Jugend erfolgreich aushelfen durften.

Hungen/Lich begann konzentriert und ging mit 1:0 in Führung (Annika Reichhart). Bereits in der zweiten Spielminute verletzte sich Rechtsaußen Luana Schäfer am rechten Knöchel, sodass sie nur noch bedingt in der ersten Spielhälfte eingesetzt wurde, ein Tor erzielte, aber in Halbzeit zwei nicht mehr am Spielgeschehen aktiv teilnehmen konnte. Nach der 2:0-Führung durch Merit Schweiger erholten sich die nicht zu groß gewachsenen aber flinken Spielerinnen der Gäste und glichen aus. Zum ersten Mal während dieser Partie (17. Minute) gingen die „HuLi’s“ mit drei Toren Unterschied in Führung (8:5). Kirchhof konterte, holte Tor um Tor auf und erzielte nach 22 Minuten den in dieser Phase verdienten Ausgleich zum 10:10. Mit diesem Ergebnis wurden die Seiten gewechselt. 

Nachdem zwei Mannschaftskameradinnen von Luna Mattig bereits je einen Siebenmeter-Strafwurf verworfen hatten, übernahm sie die Verantwortung und erzielte das wichtige 12:11. Jetzt überschlugen sich die Ereignisse. Die Zuschauer beider Seiten waren lautstark mit vielen Entscheidungen der jungen Unparteiischen nicht einverstanden. Die Spielerinnen um Jana Büschel behielten kühlen Kopf. Sophie Knott hielt den zweiten Siebenmeter der Gäste. Nachdem Merit Schweiger zum 15:12 einnetzte, erhielt der Kirchhof-Trainer eine gelbe Karte wegen Meckerns. In dieser Phase der Begegnung wurden sogar die Spielerinnen der SG 09 Kirchhof von den eigenen Zuschauern aufgrund ihrer vergebenen Torchancen angepöbelt. Ruhig und diszipliniert, auf die Entscheidungen der Unparteiischen gelassen reagierend, spulte die HSG Hungen/Lich ihren Erfolgshandball ab. Gute Deckungsarbeit und geduldiger Angriffshandball. Nicht so der Trainer aus Kirchhof. 2-Minuten Zeitstrafe wegen wiederholten lautstarken Kommentaren. Eine Feld-Spielerin musste für ihren Chef die Strafe absitzen. Dieses und andere Angebote nahm die HSG Hungen/Lich gerne an, gab die Führung nicht mehr ab. Sophie Knott hielt ihren dritten Siebenmeter und wehrte andere Einschussmöglichkeiten überragend ab. Endergebnis nach einer teilweise lauten und mit vielen Diskussionen der Schiedsrichter mit dem Gästetrainer behafteten und unterbrochenen Partie: 22:18. Die Revanche auf die Hinspielniederlage war geglückt und die Chance auf „mehr“ aufrechterhalten.HSG Hungen/Lich: Sophie Knott (Tor, 1. – 50. Min., 3 von 3 gehaltenen Strafwürfen u.v.m.), Emelie Rende (Tor); Sophia Kauder, Nia Büchner, Sina-Marie Franz, Fabienne Will (1), Luana Schäfer (1), Luna Mattig (2/2), Annika Reichhart (2), Julie Baumbach (4), Jana Büschel (4) und Merit Schweiger (8/2).

WJB: Erste Hürde in der Oberliga-Runde 1–6 genommen

Am frühen Sonntagabend vor angenehmer Zuschauerkulisse empfing die weibliche Jugend B die TSG Oberursel zum Oberligaduell. Die Mannschaft aus der zweitgrößten Stadt des Hochtaunuskreises hatte sich fest vorgenommen, etwas Zählbares nach dem Spiel mit zurück in die Heimat zu nehmen.

Der Spielbericht ist eigentlich schnell geschrieben, denn von der ersten Sekunde an übernahmen die jungen Damen der HSG, die von Ulli Will und Alex Macht betreut werden, die Initiative. Über ein 3:0 ging es weiter zum 10:4 in der 11. Minute und 17:9 zur Pausenbesprechung und -getränk. Besonders erwähnenswert die Torhüterinleistung von Maren Neuheuser im Gehäuse der HSG Hungen/Lich. Einige gute Torchancen der Gästespielerinnen konnte sie entschärfen.

Die zweite Hälfte der Begegnung begann, wie die Erste endete. Hungen/Lich übernahm sofort wieder das Kommando. Jana Büschel, Luana Schäfer und Kameradinnen ließen es nicht zu, dass Oberursel die Zwischenergebnisse verbessern konnte. Im Gegenteil. Die „HuLi’s“ führten sogar nach insgesamt 37 Minuten mit zehn Toren (26:16). Nun bekamen nacheinander die beiden anderen Torfrauen der HSG noch die Chance, mit guten Taten zwischen den Alu-Pfosten zu glänzen. Dies gelang leider nur begrenzt, da beide einen schlechten Tag erwischten und unglücklich agierten. So konnte Oberursel eine richtige „Schlappe“ vermeiden. Dazu ist zu bemerken, dass die letzten vier Tore der Begegnung in Folge von den Gästen erzielt wurden. Beim Abpfiff stand ein sicheres 33:28 auf der Anzeigentafel.

HSG Hungen/Lich: Im Tor: Maren Neuheuser, Sophie Knott oder Emelie Rende; Nia Büchner, Luna Mattig, Annika Reihhart, Sophia Kauder (1), Amelie Knoblauch (1), Fabienne Will (3), Sina-Marie Franz (3), Julie Baumbach (3/1), Luana Schäfer (6), Merit Schweiger (8/3) und Jana Büschel (8).