Männer II: Na also, geht doch!

Dass die zweite Männermannschaft Personalmangel im Rückraum hat, wusste Trainer Michael Kümpel schon vor der Saison. Er hoffte auf Unterstützung von den „langen Kerls“ aus der männlichen A-Jugend. Doch leider fand sich außer Jonathan Will erneut keiner bereit, einmal die Nase in den Wind der „Senioren-Ligen“ (Bezirksliga C) zu richten, um dadurch auch Erfahrung zu sammeln. C’est la vie. Im zweiten Spiel vom letzten Samstag in der kühlen Dietrich-Bonhoeffer-Sporthalle half aber Ben Steffan von der ersten Männermannschaft regelkonform aus.

Zu Gast beim Tabellenvorletzten (8.) war die dritte Mannschaft des TSV Griedel (6.). Im ersten Abschnitt der Partie wechselten die knappen Führungen öfters einmal. Dank der guten Torhüterleistung von Dominik Platzdasch, einer stabilen Deckungsarbeit und einigermaßen konzentriert vorgetragenen Angriffen gestalteten die Hausherren das Spiel offen. Durch einen Treffer von Ben Steffan ging die HSG sogar mit 11:10 in die Pause.

In der zweiten Halbzeit schenkten sich beide Mannschaften nach wie vor keinen gegenseitigen größeren Torvorsprung. Nach 45 Spielminuten trat Kai Oesterling für den mittlerweile unglücklich agierenden Dominik Platzdasch zwischen die Pfosten. Mit einigen Paraden animierte er seine Kollegen auf dem Feld, noch etwas intensiver im Angriff zu agieren. Und siehe da: Über ein 19:18 in Minute 52 erspielten sich die Mannen um Kreisläufer David Rudek, der sogar aus dem Rückraum einnetzte, einen kleinen Vorsprung heraus. Das letzte Tor in Minute 60 erzielte der A-Jugendliche Jonathan Will. Somit war der Sieg unter Dach und Fach. Endergebnis: 23:20.

HSG Hungen/Lich: Dominik Platzdasch und Kai Oesterling im Tor; Patrick Eckhoff (5/2), Peter Leipold (1), Jonathan Will (3), Lukas Block (1), Maximilian Mitzkat, Johannes Kullbach, Simon Linhart (1), Ben Steffan (2), Marcel Hensel (4), Sebastian Schliwa (2) und David Rudek (4).

Frauen II: Keine Chance gegen Tabellenführer

Frauen II: Keine Chance gegen Tabellenführer

Das erste Spiel am vergangenen Samstag in der kühlen Dietrich-Bonhoeffer-Sporthalle durfte die zweite Frauenmannschaft gestalten. Stark ersatzgeschwächt und ohne die leistungsverstärkende Hilfe aus der weiblichen A-Jugend (siehe Foto vor dem Spiel) empfingen die übrig gebliebenen zehn Schützlinge von Trainer Marcus Jung den momentanen Tabellenführer aus Dutenhofen und Münchholzhausen.

Vor sage und schreibe 20 Zuschauern, davon die Hälfte aus den Wetzlarer Vororten, konnten Mareike Schmied und Kameradinnen zunächst gegen den Favoriten mithalten. Beim 9:9 in Minute 21, nach einem lupenreinen Hattrick von Livia Gleim, sah es für die Gastgeberinnen noch gut aus. Doch dann häuften sich die technischen Fehler bei Hungen/Lich. Die Gäste nutzten dies sofort aus und zogen bis zum Halbzeitpfiff des Unparteiischen, der bei mancher Attacke von beiden Seiten sogar die Hühneraugen zudrückte, auf 11:15 davon.

Gleich zu Anfang der zweiten Hälfte der Partie konnte Livia Gleim auf 12:15 verkürzen, doch dann begann Dutenhofen/Münchholzhausen ihrer Favoritenrolle gerecht zu werden. Tor um Tor bauten sie ihren Vorsprung aus, wobei Hungen/Lich durch einige Unkonzentriertheiten ordentlich mit half. Nadja Schmalhaus (am Fuß leicht verletzt) im Kasten der Heimmannschaft hatte keine Chance, die Gegenstöße der Gäste zu entschärfen. Seitens der „HuLi’s“ passte in Abwehr und Angriff kaum etwas zusammen. Das Fehlen einiger Stammspielerinnen sowie die gute Unterstützung aus der A-Jugend machte sich jetzt deutlich bemerkbar. Mit 19:34 Toren entführten die Wetzlarerinnen beide Punkte. Dabei gab es nichts zu rütteln und zu schütteln.

HSG Hungen/Lich: Nadja Schmalhaus im Tor; Marie Truckenmüller (1), Nina Träger (1), Shana Appel (2), Helen Toews, Mareike Schmied (2/1), Livia Gleim (5), Laura Spieker (3), Laura Tauchmann und Stefanie Will (5).

Männer 1: Enttäuschend auf der „Platte“

Die HSG Kirchhain/Neustadt nahm von Beginn der Partie das Heft in die Hand. Hungen/Lich, die ohne Linkshänder Niklas Wenzel antreten mussten, glich noch dreimal aus (1:1, 2:2, 3:3). Dann war der Bann gebrochen und die Gäste erspielten sich einen fast über das ganze Spiel andauernden eins bis fünf Tore Vorsprung heraus. Die Hausherren fanden im gegnerischen Torwart ihren Meister. Mit hoffnungsvollen 17:18 wurden die Seiten gewechselt. 

Die Ansprache in der Kabine von Chefcoach Thomas Wallendorf brachte nicht viel ein. Seine Schützlinge kämpften zwar weiter, erzielten wunderbare Tore, doch die Gäste fanden immer wieder Mittel und Wege, die Führung zu verteidigen. Zur alles entscheidenden Schlussphase der Partie (56. Min.), beim Stande von noch hoffnungsvollen 30:31, folgte der Auftritt des Mannes im fröhlichen steinhellgrau gekleideten Dress. Innerhalb einer Minute wurden zuerst Ben Steffan und Johannes Kreß zeitgleich wegen einer (!!!) Tätigkeit des Feldes verwiesen. Für Johannes war es dann auch rot (3 x 2 Minuten). Etwas später durfte sich Anton Hahn aufgrund eines Allerweltfouls auch noch zwei Minuten ausruhen. Die verbliebenen drei „HuLi’s“ taten alles, um die Strafzeiten zu überbrücken. Kirchhain/Neustadt erzielte noch einen Treffer. Mehr passierte nicht mehr. Mit 31:33 gewannen nicht nur die Gäste dieses zur Schlussphase merkwürdige Spiel.

Zeitstrafen: Hungen/Lich 6, Kirchhain/Neustadt 2,

HSG Hungen/Lich: Niko Berg und Max Krieg im Tor; Jannis Pitz, Tobias Koppermann (1), Michel Schäfer (2), Ben Steffan (2), Anton Hahn (2), Max Wolf (3), Jan Anhäuser (3), Luca Macht (4/2), Johannes Kreß (6) und Paul Dönicke (8).

Männliche Jugend C: Zum wiederholten Mal unglücklich verloren

Am Sonntagmorgen, 9:00 Uhr, wenn sich viele Mitmenschen noch fünfmal im Bett umdrehen, bevor sie die Gliedmaßen über die Bettkante zum Aufstehen wuchten, trillerte in der Schäferstadt-Halle Hungen die Pfeife eines Schiedsrichters. 

Zur frühen Morgenstunde empfing die männliche Jugend C der HSG Hungen/Lich zum Bezirksoberligaduell die HSG Wettertal. Dass die Jungs aus Oppershofen, Gambach und Münzenberg fast alle einen Kopf größer und im Schnitt über ein Jahr älter als die sieben Einheimischen plus einem Einwechselspieler aus der D-Jugend (!) waren, verwunderte nur den interessierten Zuschauer. Die Schützlinge von Trainer Kolja Gress und Knut Stieger, der als Zeitnehmer einsprang und damit neutral agieren musste, zeigten keinen Respekt vor den „langen Kerls“. Die Abwehr stand – so gut es eben ging. Brach einer der Langen doch durch, stand sehr oft „Strahlemann“ und Top-Torhüter Milan Seliger zwischen dem heranfliegenden Ball und dem Netz. Mit einigen Paraden legte er den Grundstock für seine Kollegen auf dem weiten Feld. Die „Sechs“ spielten sich den Ball so lange in Bewegung zu, bis sich, auch durch Einzelaktionen, eine Lücke im Abwehrverband des Gegners auftat und die Kugel dann meist die Festigkeit des Tornetzes prüfte. Manch Gegenspieler der Gastgeber wurde förmlich „in einer Telefonzelle“ ausgespielt. Zur Halbzeit stand es 12:9 vor den Augen von manch überraschten Gastzuschauer.

Die zweiten 25 Minuten begannen so, wie die erste Hälfte endete. Die Mannschaft um den Top-Torschützen Jan-Philipp Jilg ärgerte die Wettertaler noch 14 Minuten, bis es 18:18 Unentschieden stand (39. Min.). Die wahrscheinliche „Gardinenpredigt“ der Gastbetreuer in der Kabine zur Pause zeigte eigentlich keine Wirkungen. Nur durch die nachlassenden Kräfte der sieben „Musketiere“ erzielten die Wettertaler ein paar Tore mehr. Aber aufgeben war nie ein Thema für die Hausherren. Letztendlich siegte die körperliche Überlegenheit gegen die Cleverness und Technik mit 23:26.

Allein die Tatsache, dass die HSG Hungen/Lich nur minus 17 Tore nach 13 von 18 Rundenbegegnungen aufweist, zeigt, welcher Charakter in dieser Mannschaft steckt. Rang 8 von 10 Mannschaften lautet die Zwischenbilanz. Schaut man sich die Tabellennachbarn, die dort mit minus 110, minus 55 oder sogar mit minus 164 Toren stehen, weiß der Handballfachmann, dass mehr in dieser Mannschaft steckt, als die Tabelle mit ihrem statistischen schwarz auf weiß anzeigt.HSG Hungen/Lich: Milan Seliger im Tor; Naim Greß, Nick Ole Seelhof, Fiete Schliwa (D-Jgd.), Aaron Stieger (2), Hagen Möller (5/2), Anton Schliwa (5) und Jan-Philipp Jilg (11/1).

Weiblich Jugend A II: Keine Probleme mit dem Tabellenvorletzten

Das letzte Spiel am Sonntag in der Schäferstadt-Halle zu Hungen gestaltete die weibliche Jugend A II gegen den Turn- und Sportverein aus Södel. Die komplette Trainerprominenz der HSG Hungen/Lich, was den weiblichen Jugendbereich betrifft, begleitete die Bezirksoberliga-Mannschaft durch die Partie. Es ging scheinbar schon um die Vorbereitung auf das meisterschaftsentscheidende Spiel in der Sporthalle Münchholzhausen gegen die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen.

Fünf Minuten tasteten sich die beiden Mannschaften ab (4:4). Dann legte der HSG-Porsche die Gänge vier bis sechs ein und rauschte davon. Über ein 10:5 in der 10. Minute, 22:8 nach 20 Minuten und einem 29:12 zum Ende der ersten Halbzeit wurden die Seiten gewechselt, wobei alle Spielerinnen der HSG ihre Spielanteile erhielten.

Der zweite Teil der Begegnung verlief so ähnlich wie die ersten 30 Minuten, nur das ein Abtasten nicht mehr nötig war. Ein Gegenstoß nach dem anderen, tolle Einzelleistungen, aber auch verschiedene Spielzüge und eine glänzend agierende Torfrau erfreuten nur die heimischen Zuschauer. Die Mannschaft des TSV Södel, besonders die Torfrau, konnte einem schon leidtun. Aber so ist eben der Sport. Es gibt Höhen und Tiefen, Freude oder Enttäuschung. Ohne Nachzulassen überrannten die Schützlinge von Alexander Macht, Peter Beuschel, Ulli Will und Tobias Lambmann die Gastmannschaft. Jede Spielerin trug sich in die Torschützenliste ein, außer Alesia Grieb im Tor. Mit sage und schreibe 55:21 besiegte die HSG den TSV Södel.HSG Hungen/Lich: Alesia Grieb (Tor); Marlen Wolf (1), Annika Reichhart (1), Sina-Marie Franz (3/1), Sarah Oymak (3/1), Luana Schäfer (3), Laura Döll (3/1), Marie Menne (4), Larissa Padberg (4), Celine Thiel (9/1), Merit Schweiger (11/1) und Julie Baumbach (13/1).