War das die Reifeprüfung der Landesliga-Handballerinnen der HSG Hungen/Lich? Zumindest hat die junge Truppe gezeigt, dass sie auch Topspiele erfolgreich bestreiten kann. Denn gegen den direkten Verfolger HSG Eibelshausen/Ewersbach feierte der Tabellenzweite einen 29:26 (11:14)-Sieg. „Kompliment an die Mannschaft. Sie hat den krankheitsbedingten Ausfall von Carmelina Mulch mit Leidenschaft und Wille hervorragend kompensiert. Jede einzelne Spielerin ist über ihre Grenzen gegangen. Wir sind sehr zufrieden“, sagte Tim Straßheim, der zusammen mit Brian Whisnant das Team trainiert. Die Maßnahme, Gästespielerin Jacqueline Müller von Beginn an in Manndeckung zu nehmen, sollte sich als richtig erweisen. Der Gegner aus dem nördlichen Lahn-Dill-Kreis hatte im Positionsangriff durchaus Probleme, aber in der Schlussphase der ersten Halbzeit dennoch etwas mehr zu bieten, da sich die Bier- und Schäferstädterinnen sich zu viele technische Fehler erlaubten. Nach dem 11:11 erzielte der Gast nämlich drei Tore und nahm einen Vorsprung mit in die Kabine.
Dieser sollte nach dem Wiederanpfiff schmelzen. Beim 22:21 lag Eibelshausen/Ewersbach ein letztes Mal vorne, dann aber hatte der Bezirksoberligameister mit drei Treffern in Serie alle Trümpfe in der Hand. Und weil die Abwehr um die bärenstarke reaktivierte Laura Spieker weiterhin hervorragend arbeitete und im Angriff immer wieder die Lücken gefunden wurden, hieß es am Ende 29:26 für die heimische HSG. „Unser Sieg ist verdient. Unsere Spielerinnen haben gezeigt, dass sie die Verantwortung auf mehreren Schultern verteilen können. Rang zwei kann uns als Aufsteiger wohl niemand mehr nehmen. Das hätten wir vor der Saison sicherlich so nicht gedacht“, sagte Straßheim abschließend.
Hungen/Lich: Lilli David und Nele Liebich im Tor; Lina Richter (3), Aimée Mitzkat (7), Annalena Knoblauch (3), Lucia Schneider (10/5), Kassandra Rink, Luisa Bayer (1), Laura Spieker, Emely Nau (2), Lena Staub, Gretha Nau (4), Mia Kreß und Larissa Schön.
Beim letzten von vier Begegnungen des vergangenen Samstags in der Dietrich-Bonhoeffer-Sporthalle bekam es die erste Männermannschaft mit dem Tabellenprimus der Bezirksoberliga zu tun. Die HSG Linden zog sofort auf 0:3 davon. Damit legten sie im Grunde genommen den Grundstein für den späteren schwer erkämpften Sieg. Die Gastgeber, welche ohne den torgefährlichen Rechtsaußen Paul Dönicke antreten mussten, legten ihre Nervosität ab und kamen ebenfalls zu ihren Erfolgserlebnissen. Im Laufe der ersten Halbzeit wurde seitens der Gäste des Öfteren für den Torwart ein siebter, bei Strafzeiten der sechste, Feldspieler eingewechselt. Durch Ballverlust gab es vier Mal die Möglichkeit für Hungen/Lich über mehr als 30 Meter den Ball im gegnerischen Gehäuse zu versenken. Nur ein einziges Mal erreichte der Wurf sein Ziel. Halbzeitergebnis 10:15.
Während der zweiten Halbzeit ging es ordentlich zur Sache. So wenigstens die Meinung einiger Zuschauer. Thomas Wallendorf, Trainer der HSG Hungen/Lich, meinte nach dem Spiel: „So spielt Linden. Nicht umsonst stehen sie auf Platz eins. Alles normale Härte.“ Dann fragte sich der neutrale Zuschauer, warum es vier Zeitstrafen für Hungen/Lich sowie sechs plus eine Disqualifikation (glatt rot) für Linden gab? Warum unterbrachen die gut leitenden Unparteiischen so oft das Spiel, weil irgendein Spieler mit schmerzverzerrtem Gesicht auf dem Hallenboden lag?
Zum weiteren Spielverlauf: Linden erhöhte seinen Halbzeitvorsprung bis zur 45. Minute auf 19:26. Nach 54 Minuten führten die Gäste immer noch mit sechs Toren (24:30). Zu spät wachten die Hausherren auf, denn bis auf drei Zähler konnten sie aufholen, wobei der Jüngste im Kader, Jonathan Will, einen wunderbar vorgetragenen Gegenstoß mit Bravour und tosenden Beifall der heimischen Zuschauer vollendete. Das Aufbäumen kam zu spät, denn die HSG Linden rettete sich mit einem 29:32 hin zum Abpfiff.
HSG Hungen/Lich: Max Krieg (Tor), Niko Berg (Tor); Ben Steffan, Marvin Schmied, Jan Anhäuser, Michel Schäfer, Jannis Pitz, Tobias Koppermann (3), Luca Macht (4/2), Anton Hahn (6/1), Johannes Kreß (7), Niklas Wenzel (8) und Jonathan Will (1).
Die zweite Männermannschaft eröffnete am letzten Samstag den Handballmarathon der vier aktiven HSG-Hungen-Lich-Teams in der Dietrich-Bonhoeffer-Sporthalle in Lich. Die Mannen von Trainer Michael Kümpel empfingen die dritte Mannschaft der HSG Kleenheim/Langgöns.
Zunächst beherrschte Hungen/Lich den Tabellenletzten in der Bezirksliga C, Gruppe 2. Nach 11 Minuten zeigte der Zwischenstand ein 8:3. Danach riss der Spielfaden der Gastgeber. Kleenheim/Langgöns holte Tor um Tor auf. 10:7 stand es nach 20 Minuten. Michael Kümpel, Trainer der „Zwot“, war mit der Leistung seiner Schützlinge nicht zufrieden. Verschiedene Anweisungen fanden nicht den Abnehmer. Dies war auch die stärkste Phase der Gäste. Ein 12:11 retteten die Hausherren in die Kabinen zum Pausentee sowie -gespräch.
Halbzeit zwei begann so, wie die Erste endete. Aber den knappen Vorsprung gab Hungen/Lich nicht mehr ab. Mit einem lupenreinen Hattrick beendete Simon Linhart die Krise der Hausherren. Danach hatte Hungen/Lich das Spiel einigermaßen im Griff. Nach 40 Minuten reiner Spielzeit stand es zwar nur 18:16, doch der Wille zum Sieg war deutlich zu spüren. Während der letzten 20 Minuten baute Hungen/Lich den Vorsprung weiter aus. Sicher und ungefährdet fuhren letztendlich Marvin Müller und Co. die zwei Punkte mit 26:18 ein. Durch diesen Sieg kletterte die zweite Männermannschaft in der Tabelle noch einen Rang nach oben. Endergebnis der Saison 2022/2023: sechster Platz (von neun) mit 12:20 Punkten und einem Torverhältnis von 339:382.
Nach Abpfiff überreichte der Kapitän Patrick Eckhoff im Namen der Mannschaft ein Präsent an „Chef“ Michael Kümpel und Hallensprecher/Berichterstatter Andreas Kümpel für die geleistete Arbeit während der abgelaufenen Saison.
HSG Hungen/Lich: Dominik Platzdasch (Tor); Johannes „Kulli“ Kullbach, Marcel Hensel, Peter Leipold (1/1), David Rudek (1), Tom Beck“ham“ (1), Max Mitzkat (1), Max Reinwald (1), Leo Eichenauer (2), Lukas Block (2), Simon Linhart (4), Patrick „Paddy“ Eckhoff (6/2), Marvin Müller (7/1).
Der letzte Sams- und Sonntag waren wohl mit die ereignisreichsten Handball-Spieltage. Insbesondere was die HSG Hungen/Lich betrifft. Es wurde gejubelt aber auch die eine oder andere finstere Miene zeichnete sich in den Gesichtern bei manchen Akteuren oder Zuschauern ab. Dafür gab es aber eigentlich keinen Grund. Doch eines nach dem anderen …
Von der männlichen Jugend C sowie über die Bezirksmeisterschaft der Burschen aus der A-Jugend wurde bereits ausführlich berichtet. Zwei Mal Jubel.
Die zweite Mannschaft der weiblichen Jugend B beendete die Saison in der Fernwaldhalle Steinbach. Zu Gast bei der HSG Fernwald ließen die Bezirksoberliga-Spielerinnen nichts anbrennen. Mit 15:27 (6:12) entführten Top-Torschützin Nia Büchner (8) und Mannschaftskolleginnen beide Punkte. Somit belegten sie hinter Dilltal und Butzbach den sehr guten Bronzemedaillenplatz. Dritter Jubel.
Die vorzeitigen Gruppenbesten aus der Bezirksliga A, Gr. 2, die Mannschaft der weiblichen Jugend D, verloren das ebenfalls letzte Rundenspiel in der Sporthalle der Brüder-Grimm-Schule in Gießen-Klein-Linden gegen die HSG Linden. 19:16 lautete das Ergebnis nach Ablauf der Spielzeit. Hungen/Lich musste ohne die verletzte Torfrau Jasmin Becker antreten. Trotz des Verlustes der letzten beiden Punkte blieb die Mannschaft um Hannah Freitag ungefährdet auf Platz 1 stehen. Vierter Jubel.
Über die Reise, die Umstände und das Ergebnis der männlichen Jugend B (Oberliga) gab es ebenfalls schon einige ausführliche Informationen. Traurige Gesichter musste man aber auf dem anhängenden Foto suchen. Trotz verlorenem Klebstoffspiel: Fünfter Jubel.
Michael Kümpel, Trainer der zweiten Männermannschaft (Bezirksliga C), hatte sich eine Taktik überlegt, mit der der Gegner, die HSG Fernwald als Gastgeber, nicht zu Recht kam. „Ich liebe es, wenn ein Plan aufgeht“, lachte er verschmitzt nach Beendigung der zwei Mal 30 Minuten. Ohne David Rudek, Abwehrorganisator und erfahrener Kreisläufer, entführten seine Kollegen beide Punkte mit 14:22. Damit sprang Hungen/Lich einen Tabellenplatz nach oben. Jubel Nr. sechs.
Über das Spiel am Samstagabend der Landesliga Damen gegen die TSG Oberursel II berichtete bereits Tim Straßheim. Endergebnis 38:25. Sieben Mal Jubel.
Am frühen Nachmittag des Sonntags errang die weibliche Jugend B in der Hochtaunushalle Bad Homburg die Bronzemedaille bei der Hessenmeisterschaft. Die jungen Damen vom GSV Eintracht Baunatal wurden mit 21:24 (9:11) auf den vierten Rang verwiesen. Eine bis zum Abpfiff spannende Partie, bei der sich Merit Schweiger mit 12/2 Toren die Torjägerkrone aufsetzte. Somit qualifizierte sich die weibl. B-Jugend direkt zur Oberligasaison 2023/2024. Jubel Nummer acht.
Ohne Abwehrchefin und bezirksbester Kreisläuferin Laura Spieker, ohne adäquater Hilfe aus der A-Jugend, aber mit Jil Jackl (Langzeitverletzte auf dem Weg zur Form) und Chiara Schneider reiste die zweite Damenmannschaft zum Bezirksliga-A-Spiel nach Grünberg. Nach einem 14:11 zur Halbzeit bauten die Spielerinnen der HSG Grünberg/Mücke ihren Torvorsprung immer weiter aus. Diese Partie ging nach der vollen Spielzeit mit 32:23 verloren. Am nächsten Samstag ist die HSG Pohlheim zum letzten Spiel der Saison zu Gast in der DBS. Etwas mehr Unterstützung als sonst von den Zuschauerrängen wäre sehr schön und angebracht. Diese Mannschaft hat sich ein „Happy End“ verdient, zumal einige der erfahrenen Damen und Leistungsträgerinnen die Sportschuhe an den berühmten „Nagel“ hängen wollen.
Jubel vs. Traurig 8:1
Eine „volle Hütte“ (Schäferstadt-Halle) bescherten am Sonntagnachmittag die Endspiele um die Hessenmeisterschaft der weiblichen Jugend A. Zunächst kämpften die HSG Baunatal und die HSG Twistetal um die Medaille in Bronze. Twistetal rettete den über lange Zeit erspielten Vorsprung gerade noch so über die 60 Minuten. Knapp aber dennoch verdient gewann Twistetal dieses Semifinale mit 31:32.
Unter donnerndem Gehämmer auf Trommeln und anderen Lärminstrumenten sowie lautstarker Unterstützung beider Fanlager traten die HSG Hungen/Lich und die HSG Bachgau zum Endspiel an. Über ein 4:7 (12. Min.), 10:9 (20.) und 12:13 (Halbzeit) steigerte sich die Spannung, Hoffnung, Zuversicht in Hälfte zwei. Die Titelverteidigerinnen aus Hungen und Lich leisteten sich zu viele Alutreffer, Unachtsamkeiten und technische Fehler, um die Kontrahentinnen endgültig an die Wand zu spielen. Nach 52 Minuten Spielzeit, beim Stande von 21:21, zuckte noch ein Funken Hoffnung durch die heimische Fangemeinde. Während dann bei Bachgau fast jede Situation zum Erfolg führte, klebte den „HuLi’s“ Pech an den Händen. Der Bachgau-Endspurt konnte wenig bis gar nicht gebremst werden. So gewann Bachgau das Finale zur Hessenmeisterschaft der weiblichen Jugend A mit 23:27. Die Enttäuschung konnte man nicht nur an den vorläufig hängenden Schultern der Hungen-Lich-Spielerinnen erkennen, sondern auch bei den meist in Rot gekleideten einheimischen Zuschauern. Doch ein guter zweiter Platz, die Silbermedaille, ist auch des Jubelns wert. Die Qualifikation für die Oberliga in der nächsten Runde durfte ebenso sicher sein. Klar, es tut weh, kurz vor dem Ziel doch noch zu stolpern. C’est la vie, so ist das Leben, ein auf und ab. Wie sagte einst ein bekannter Schlaumeier: „Wenn dich das Leben tritt, tritt zurück!“ Also: Kopf hoch und in die Zukunft schauen.
Endergebnis Jubel gegen Traurig 8,5 : 1,5. Geht doch, oder?
Dietrich-Bonhoeffer-Sporthalle wurde am 1. Oktober 2022 zum Jubiläum mit den Farben der Stammvereine TV 1860 Lich und TSV 1848 Hungen (rot und blau) in den Gängen, Katakomben und Partyraum nicht nur ausgeleuchtet
Der Zusammenschluss der Handballabteilungen beider Vereine verlief über mehrere Etappen. Erster Vorläufer der HSG war 2001 die Gründung der Männerspielgemeinschaft Hungen/Lich.
In der Saison 2011/2012 wurde der nächste Schritt gewagt. Durch die Bildung einer Jugendspielgemeinschaft „JSG Hungen/Lich“, stellte man die Weichen für den völligen Zusammenschluss der Handballabteilungen beider Vereine. Lediglich die Frauenmannschaften liefen noch unter den Namen der Stammvereine auf.
Von der Bildung der JSG an, standen den treibenden Kräften hinter dem endgültigen Zusammenschluss des TSV 1848 Hungen und TV 1860 Lich viele Stunden Arbeit bevor. Es erforderte beinahe wöchentliche Treffen in den ersten fünf Monaten des Jahres.
Am 14. Mai 2012 war es endlich so weit. Mit der Gründungsversammlung im Licher Bürgerhaus, wurden die Abteilungsvorstände, Beisitzer und Kassenwarte sowie Frauen-, Männer- und Jugendwarte der HSG Hungen/Lich gewählt. Es war die Geburtsstunde der Handballspielgemeinschaft Hungen/Lich.
Während dieser zehn Jahre konnte die Handballspielgemeinschaft fünf Hessenmeistertitel durch die weiblichen A- und C-Jugenden erringen. Zweimal scheiterte die weibliche A-Jugend ganz knapp an der Qualifikation zur Bundesliga. Die erste Männermannschaft als auch die erste Frauenmannschaft stiegen in die Landesliga auf. Die Herren konnten diese Spielklasse leider nicht halten und mussten ein Jahr später wieder absteigen. Die Bezirksmeistertitel in den letzten Jahren der verschiedensten Jugendmannschaften können hier nicht aufgelistet werden, da es so viele waren. Die zweite Männermannschaft schaffte auch den Sprung von der D- in die C-Klasse.
Gerade im Jugendbereich, besonders im weiblichen, ist die HSG seit Gründung (!) einer der leistungsstarken Vereine im Bezirk. Erstmals spielt in dieser Saison auch eine männliche B-Jugend in Hessens höchster Spielklasse, der Oberliga. Aber auch im Breitensport wird Handball angeboten. Keine Spielerin oder kein Spieler muss tatenlos zusehen, wenn die Kameraden/innen auf Torejagd gehen. Dies sieht man an den vielen zweiten Jugendmannschaften der verschiedenen Altersklassen. Trotz manch auftretender Personalknappheit, sei es durch Krankheit, Verletzungen oder privaten Gründen, haben es die Verantwortlichen immer wieder geschafft, Mannschaften für Punktspiele zu bilden, ohne die Regeln des Verbandes zu verletzen oder Geldstrafen wegen Spielabsagen zu erhalten.
Dank dieser sehr guten Jugendarbeit gelang einigen talentierten Jugendspielerinnen und -Spielern der Sprung in verschiedene Handballinternate der ganz großen Vereine Deutschlands. Der Vereinswechsel war für die HSG zwar schmerzhaft, aber man muss auch diese jungen Sportler/innen verstehen, die ihr Können auf ganz großer Bühne zeigen wollen. Hier gehen die Meinungen auseinander, ob ein junger Mensch aus seinem gewohnten Wohlfühlhort ganz allein in die Fremde geschickt werden soll. Am Ende muss jede Familie, jedes Talent selbst wissen, was das Beste für die Karriere des Sportlers ist.
Bereits am Freitagnachmittag begannen die Dekorations- sowie Umbauarbeiten im Foyer der DBS als auch in der „Bärenhöhle“, dem sogenannten Ausschank- wie Verpflegungsetablissement, welches die Licher Basketballer der HSG freundlicherweise zur Verfügung stellten.
Es gab einiges an Mobiliar umzulagern und andere Sachen, wie z.B. Stehtische neu zu platzieren. Janet Mitzkat und Michael Kümpel als Oberverantwortliche kümmerten sich zusammen mit vielen hier ungenannten Helferinnen und Helfern um das spätere Wohl in Form von festen und flüssigen Lebensmitteln. Es gab einiges zu besorgen, zu transportieren, kühl und lebensmittelgerecht zu lagern.
Die Wände des Flurs vom Haupteingang zur Sporthalle wurden mit Dutzenden von Fotos dekoriert. Diese zeigten viele Szenen, die sich während der letzten zehn Jahre ereignet hatten. Mannschaftsfotos, Slapsticks und viele andere lustige aber auch traurige Momente wurden eindrucksvoll dem breiten Publikum gezeigt. Viel Arbeit mit dieser „Pictures at an exhebition“ (Bilder einer Ausstellung) hat sich Sabrina Köhler gemacht. Eine ganz tolle Idee, die mit viel Interesse von den Gästen, Sportlern oder Zuschauern wahrgenommen wurde. Es fehlte nur noch die gleichnamige Musik von Modest Petrowitsch Mussorgsky (vielleicht auch die Interpretation von Emerson, Lake & Palmer?).
Das große Banner in der Sporthalle an der Wand hinter der rechten Auswechselbank mit den „10 Jahre HSG Hungen/Lich“ wurde von Luca Macht in Auftrag gegeben. Ein früherer Mitstreiter der zweiten Männermannschaft, Andreas Wagner, bekannter und sehr begabter „Graffitikünstler“ aus Hungen, der schon mehrere künstlerische Aufträge für die HSG erledigt hatte, zeichnete sich für das Projekt verantwortlich. Jetzt konnte jeder Gast in aller Deutlichkeit sehen, um was es an diesem 1. Oktober 2022 in der Dietrich-Bonhoeffer-Sporthalle ging.
Karina Macht, Anna Maria Größer, Nina Marek und Julia Schug organisierten die Dekorationsarbeiten, Luftballons, die Klatschpappen, Empfangssekt, Personaleinteilung an den verschiedenen „Logistikzentren“ und viele andere Kleinigkeiten, die zu einer solchen Jubiläumsfeier gehörten. Auch gilt der Dank der Verantwortlichen den Bäckerinnen und Bäcker, die ihre köstlichen Kuchenwerke der HSG zum Verkauf zur Verfügung gestellt hatten.
Um 14:00 Uhr begann der öffentliche Teil der Veranstaltung mit dem ersten Punktspiel des Tages. Alle vier Seniorenmannschaften, beginnend mit Frauen II, durften sich im Zweistundenabstand auf der „Platte“ beweisen. Zum Frauen I und Männer I Spiel sorgten die sogenannten Einlaufkinder, die mit den „Großen“ aus den Kabinengängen in die Sporthalle zur Vorstellung liefen, für eine schöne Abwechslung. Die Kinder waren teilweise richtig aufgeregt vor diesem Auftritt. Wann bekommt ein so junger Mensch schon einmal die Möglichkeit, sein Trikot, das Leibchen seines Vereins, einer riesigen Zahl an Zuschauern zu präsentieren. Und das noch unter lautem Beifall. Nina Marek und Christine Österling übernahmen die Aufgabe, den Handballnachwuchs bis zum Einlaufen zu bändigen. Vor den beiden letzten Spielen, sozusagen nach dem Warm- und vor dem Einlaufen, ehrten die beiden Vorsitzenden Cataldo Parise und Andreas Nau verschiedene Mannschaften der HSG Hungen/Lich, welche auf Bezirksebene in der letzten Saison zu Meistertiteln gekommen waren. Es wurden geehrt: Weibliche Jugend B II, weibliche Jugend A II, männliche Jugend C, männliche Jugend A und Frauen I. Auch wurde Janet Mitzkat für Lich und Susanne Macht für Hungen für ihre aufopferungsvollen Arbeiten in Sachen Verpflegung der Gäste in den einzelnen örtlichen Sporthallen zu jedem Heimspielwochenende gedankt. Immer wieder tauchte zwischendurch der Haus- und Hoffotograf Leon Becker der HSG auf, der mit Sicherheit einige Schnappschüsse für die Nachwelt produzierte. Nach dem letzten Spiel begann dann endlich der Feiermodus. Die Beleuchtungs- und Beschallungsmaschinerie in der „Bärenhöhle“, die vom Hallensprecher Andreas Kümpel zwischendurch aufgebaut und von DJ Dominik Platzdasch in Gang gebracht wurde, konnte nun zur weiteren Unterhaltung der Gäste beitragen. Und das bis in die frühen Morgenstunden. Der Parkplatz war am Sonntagmorgen zu den Aufräumungsarbeiten noch gut besetzt. Sehr vernünftig!
Zu den Aufräumungsarbeiten am Sonntagmorgen waren wieder einige fleißige Leute zur Stelle. Unter den Anweisungen von Janet und Michael wurden die Spuren der Feierlichkeiten beseitigt, gekehrt und geputzt. Sabrina und Brian Whisnant, Co-Trainer der Frauen I, als auch André Ihring, um nur ein paar Namen zu nennen, packten ordentlich mit an. Zum ersten Punktspiel des Sonntags glänzte die Halle und ihre Nebenräume so, als wenn nichts geschehen wäre.
Die HSG Hungen/Lich bedankt sich bei allen genannten wie ungenannten Helferinnen und Helfern für ihre Bereitschaft als auch Tatkraft zum Gelingen der Jubiläumsfeierlichkeiten. Man kann es nicht oft genug betonen: Vielen, vielen Dank an Euch Alle!
Nach dem glanzvollen Auftritt der Frauen-Landesliga-Mannschaft im Spiel davor, durfte die erste Männermannschaft zur „Primetime“ ab 20:00 Uhr in der schmucken HSG-Jubiläums-Halle auch noch die „Platte“ betreten. Zu Gast war die MSG Florstadt/Gettenau. Beim Einlauf der Mannschaften wurden die Gastgeber von Kindern begleitet, die merklich aufgeregt wirkten. Kein Wunder bei einer Kulisse von ca. 250 Zuschauern. Ein kleiner Auftritt der Nachwuchshandballer vor großem Publikum.
Doch dann ging es zur Sache. Hungen/Lich zeigte den Gästen von Minute eins an, wer die Hausherren sind. Zielstrebig mit schnellem Handball und gelungenen Spielzügen stand es nach zehn Minuten bereits 7:3. In der Defensive wurde gut zusammengearbeitet, sodass die Gäste, auch Dank eines bestens reagierenden Max Krieg zwischen den Pfosten, kaum Chancen zum Einnetzen hatten. Danach konnte sich Florstadt/Gettenau besser auf den Angriffswirbel der Einheimischen einstellen und ihre eigenen Spielzüge erfolgreicher einsetzen. So stand es nach 20 Minuten nur noch 11:9. Dies gefiel Thomas Wallendorf, Chef der „HuLi’s“, überhaupt nicht. Er nahm eine Auszeit. Er musste wohl die richtigen taktischen Anweisungen gegeben haben, denn bis zur Halbzeitpause baute seine Mannschaft den Vorsprung wieder aus (16:11).
In der zweiten Hälfte der Partie ließen die Männer um Luca Macht nichts mehr anbrennen. Gelungene Spielzüge, Gegenstöße und wunderbare Anspiele zum Kreisläufer (mit Torabschluss) wurden mit kräftigen Applaus von den Zuschauerrängen bedacht. Über ein 22:14 (Paul Dönicke) in der 40. Minute, 31:21 (Jan Anhäuser) in Minute 53 des Spiels hieß es drei Sekunden vor Abpfiff 35:25 (Johannes Kreß) zu Gunsten der HSG Hungen/Lich. Bedanken konnten sich die Feldspieler noch bei den zwei anderen Torhütern (Niko Berg und Sebastian Balkhaus), die während ihrer Spielanteile glänzend im Kasten reagierten.
Wer hätte das gedacht, dass diese neu formierte und junge Mannschaft gleich zum Anfang der Saison einen so guten und erfolgreichen Handball spielt. Aber, und das muss an dieser Stelle einmal angesprochen werden, die „dicken Brummer“ der Bezirksoberliga kommen noch auf die Schützlinge von Thomas Wallendorf zu. Im Moment kann man aber den Tabellenstand ruhig genießen. Unterstützt wurde die Mannschaft von Marvin „Willi“ Schmied, der beim nächsten Spiel wieder mitwirken wird, Michael Kümpel und Trainer Thomas Wallendorf.
Zum vierten Erfolg in Folge halfen: Im Tor Max Krieg, Niko Berg und Sebastian Balkhaus; Jan Anhäuser (2), Max Wolf (4), Ben Steffan, Luca Macht (1), Jannis Pitz (2), Paul Dönicke (2), Michel Schäfer, Tobias Koppermann (6), Niklas Wenzel (5), Anton Hahn (7) und Johannes Kreß (6).