von Andreas Kümpel | Jan. 19, 2025 | Aktuell, wJC I
Nach einem Monat spielerischer Winterpause meldete sich die weibliche Jugend C in der Regionalliga erfolgreich zurück. Ohne den erkrankten Chefcoach Ulli Will, aber überaus gut durch Merit Schweiger und Emma Niebergall vertreten, empfingen die jungen Damen am frühen Samstagnachmittag in der DBS den Ligakonkurrenten TSG Wilhelmshöhe. Leider interessierten sich wieder wenig Zuschauer für dieses Handballspiel in Hessens höchster Spielklasse.
Die erste Halbzeit war geprägt vom Auslassen hochkarätiger Einwurfmöglichkeiten, gerade auf HSG-Seite. Immer wieder antworteten die Gäste aus Hessens Norden auf die unkonzentrierten Abschlüsse der Gastgeberinnen. So konnte sich Hungen/Lich nie richtig absetzen oder einen größere Toredifferenz erzielen. Wilhelmshöhe ging sogar zwichen der 11. und 13. Minute mehrmals mit einem Tor in Führung, da Torfrau Jasmin Becker oft von ihrer Deckung im Stich gelassen wurde. Danach verbesserte sich die Spielweise von Hungen/Lich etwas. Mit 18:16 wurde zum Pausengespräch gebeten.
Es muss eine ordentliche Halbzeitpredigt in der Kabine der HSG gegeben haben. Denn die zweite Hälfte der Partie gestalteten die Hausherrinnen auf eine ganz andere Art und Weise. Angefangen von der Torfrau, die glänzend zwischen den Pfosten reagierte, über die besser stehende Deckung und den endlich kompromislosen Angriff. Acht Tore hintereinander erzielte die HSG Hungen/Lich bevor die Gäste in der 34. Spielminute auf 26:17 verkürzten. Dies war die spielentscheidende Phase. Ohne groß in Gefahr zu geraten spulten die Hausherrinnen ihre spielerische Überlegenheit aus. Einzig und allein die Gegenspielerin mit der Trikotnummer 17 bekamen Ella König und Co. nicht in den Griff. Mit 14 erzielten Treffern wurde „die 17“, Amelie Bühl, mit Abstand Torschützenkönigen ihrer Mannschaft. 37:26 lautete schließlich das Endergebnis nach 50 Spielminuten, wobei sich alle Feldspielerinnen in die Torschützenliste eintrugen.
HSG Hungen/Lich: Jasmin Becker (Tor); Lina Freitag (1), Leni Rosenkranz und Charlotte Baumbach (je 4), Ella König und Hannah Freitag (je 7), Lilli Richter (3), Johanna Merz (5) und Leonie Neuhold (6).
von Daniela Pieth | Jan. 16, 2025 | Aktuell, Frauen I
Die erste Vorrunde unserer Damen in der Regionalliga ist Geschichte. Erstmals in der höchsten hessischen Spielklasse vertreten, hat die HSG Hungen/Lich dort eine sehr gute Figur abgegeben. Mit sieben Siegen, einem Unentschieden und nur drei Niederlagen hat die Mannschaft von Trainer Paul Günther auf dem dritten Tabellenplatz „überwintert“.
Diesen zu halten ist das Ziel und nach der lehrreichen Hinrunde durchaus kein utopisches Ziel. Denn einige Mannschaften in der Liga blieben hinter ihren Erwartungen zurück und unsere Damen konnten an Erfahrung aufholen. „Ich bin nicht wirklich überrascht“, erklärte Vorstand Andreas Nau. „Ich wusste vorher, dass sowas in der Mannschaft stecken kann, was sie imstande ist zu leisten. Für mich geht der dritte Platz absolut in Ordnung. Mehr wollen wir offiziell auch gar nicht.“
Machen wir uns nichts vor, in der Rückrunde wird es für unsere Damen schwerer. Die gegnerischen Trainer werden über Weihnachten ihre Hausaufgaben gemacht haben und wissen, wie sie ihre Teams auf uns einstellen müssen.
Doch was macht diese Mannschaft aus? Für Paul Günther ist es vor allem der Zusammenhalt. „Ich habe vom ersten Tag an gemerkt, dass da eine gegenseitige Bindung vorhanden ist. Ich habe die Mannschaft als ein unheimlich empathisches Team kennengelernt. Abgesehen davon haben sie eine gute Einstellung zum Sport, zum Handball und sind vor allen Dingen sehr reflektiert.“
Die Mannschaft hat seit der Zusammenarbeit mit Paul im athletischen Bereich zugelegt und an Ballsicherheit gewonnen. An das Spielen mit Harz haben sich die Damen gewöhnt, auch wenn das ständige Putzen der Hallen eine zusätzliche Belastung ist.
Der gute Saisonstart mit 6:0 Punkten nach den Erfolgen in Fritzlar und gegen Bürgstadt/Kirchzell und Baunatal wurde im Derby bei der HSG Gedern/Nidda jäh gestoppt. „Ich bin heute noch der Meinung, die Niederlage war unnötig“, konstatiert Andreas Nau. Zwei Spiele später ging es zum nächsten Derby nach Hüttenberg. Erinnerungen an die Saison 2022/2023 wurden wach, in der unsere Mannschaft in Hüttenberg sang- und klanglos untergegangen war und deshalb den Aufstieg verpasste. Hüttenberg stieg seinerzeit punktgleich mit uns und nur auf Grund des direkten Vergleichs, in die Regionalliga (ehem. Oberliga) auf.
In diesem Jahr machten es die Damen besser und ballerten sich den Frust mit einem 26:20-Sieg von der Seele. „Der dominante Sieg in Hüttenberg war für mich bisher ganz klar das Highlight“, erklärte Andreas Nau. Für Trainer Paul war es das Spiel direkt zuvor gegen Weiterstadt/Braunshagen/Worfelden. Nach einer Viertelstunde lagen unsere Damen bereits mit fünf Toren hinten. „Wie die junge Truppe sich da ins Spiel zurückgekämpft hat und in der zweiten Halbzeit so dominant und teilweise abgezockt das Spiel mit vier Toren gewinnt. Das war ein Ding, wo ich gemerkt habe, in der Mannschaft steckt nicht nur ganz viel Talent, sondern auch ganz viel Charakter.“
Zum Vertrauen in die eigenen Stärken gehört aber auch das Vertrauen unserer Zuschauer, die uns jedes Spiel aufs Neue, vor allem zu Hause, durch die 60 Minuten tragen.
Und diesen Heimvorteil wollen unsere Damen nutzen, um am Samstagabend ab 20:00 Uhr gegen den SV Germania Fritzlar die ersten beiden Punkte des Jahres 2025 einzufahren. „Wir wollen die ersten drei Spiele gewinnen“, gibt Paul die Marschroute vor. „Das wird schwer, aber das sind auch die drei Spiele, die wir zu Beginn der Saison gewonnen haben. Danach gucken wir, ob wir unsere Platzierung stabilisieren konnten.“
Die Spielerinnen waren vor der Saison kritisch genug zu wissen, dass die Regionalliga eine Herausforderung darstellt. Dass sich jede individuell und sie sich als Mannschaft stark verbessern müssen. „Die Mädels haben sich, glaube ich, selbst weniger zugetraut, wie das, was sie wirklich draufhaben“, schmunzelte Andreas Nau. „Sie sind von dem, was sie bisher geleistet haben, am meisten überrascht und fangen an, das jetzt zu realisieren.“
Deshalb freut sich das Team ausgeruht und erholt auf den Start in die Rückrunde und viele Zuschauer in der Halle begrüßen zu dürfen!
von Florian Großmann | Dez. 20, 2024 | Aktuell, Männer I
Unsere Männer I mussten am vergangenen Wochenende im letzten Spiel 2024 gegen den aktuellen Spitzenreiter TSV Griedel eine erwartbare 26:34-Niederlage quittieren. Wobei das Ergebnis aufgrund der sehr guten zweiten Hälfte unserer jungen Truppe auch gerne niedriger hätte ausfallen dürfen. Aber leider müssen wir anerkennen, dass uns aktuell immer wieder ein paar Prozent fehlen, um mit den Topmannschaften der Liga über die volle Distanz mithalten zu können. Hinzukommt, dass wir mit Jan und Tobi Anhäuser, Toni Hahn, Markus Ahlborn und den beiden A-Jugendlichen Leon Becker und Bjarne Lierz auf eine ganze Reihe an Spielern verzichten mussten. Ein großer Dank geht hier in Richtung unserer Männer II (Linse, Pati, Ole und Fynn), die sich kurzerhand bereit erklärt haben, uns auszuhelfen.
Schnell mussten wir in der ersten Hälfte erkennen, dass der Topfavorit nicht nach Hungen gereist war, um sich die zweite Saisonniederlage abzuholen. Bereits beim 4:8 nach 11 Minuten sah sich unser Trainerteam gezwungen, die erste Auszeit zu legen, da vor allem der Angriffsmotor doch deutlich stotterte und unsere Gäste zu vielen einfachen Toren kamen. Leider führte die Unterbrechung nicht zu dem gewünschten Erfolg und Griedel hielt den Vorsprung konstant bei sechs bis acht Toren. Immer wieder technische Fehler oder etwas Wurfpech kosteten unseren Jungs ein besseres Halbzeitergebnis, sodass die beiden Unparteiischen Becker/Boele beim 11:19 zum Pausentee baten.
Im zweiten Durchgang zeigte die Truppe um Jonathan Will & Co. aber, dass Sie durchaus in der Lage ist, über gewissen Phasen des Spiels auch gegen „die Großen“ mitzuhalten. Konnte Griedel zu Beginn des zweiten Durchgangs den Vorsprung noch komfortabel gestalten, war es Nico Böhm, der in der 38. Minute den Rückstand erstmals wieder seit langer Zeit auf fünf Tore verkürzte (17:22). Gästetrainer Kai Vormwald reagierte umgehend mit einer Auszeit und beorderte Spielmacher Constantin Jantos wieder aufs Parkett. Dies zeigte auch umgehend Wirkung, wenngleich unsere Erste nun Gefallen am Tempospiel gefunden hatte und ihrerseits immer wieder schön herausgespielte Treffer erzielte. Leider reichte es trotz mehrfacher Möglichkeiten und großem Kampfgeist nicht, den Abstand weiter zu verringern, auch weil wieder einige glasklare Einwurfchancen nicht den Weg ins Tor fanden. Wer weiß, wie das Spiel die letzten zehn Minuten gelaufen wäre. So konnte Griedel den Sieg routiniert nach Hause fahren und am Ende den Vorsprung auf acht Tore ausbauen.
Die Mannschafen gehen nun in die Winterpause und gerade für unsere Mannschaft heißt es danach weiterzuarbeiten, um die kommenden Spiele gegen Mörlen und Florstadt möglichst positiv zu gestalten. Denn so langsam muss unsere junge Truppe sich für ihren Aufwand belohnen und wieder etwas Zählbares einheimsen, um nicht für den Rest der Runde im Tabellenkeller festzuhängen.
Unsere Aufstellung: Niko Berg und Max Krieg im Tor; Pius Spall (9), Jonathan Will (4/3), Tobias Koppermann (4), Ben Steffan (4), Jan-Hendrik Engel (3), Nico Böhm (2), Jannis Pitz, Patrick Eckhoff, Simon Linhart, Ole Schmidbauer, Piet Spall und Fynn-Thore Behle.
von Andreas Kümpel | Dez. 17, 2024 | Aktuell
Einen wahren Handball-Marathon durften die Verantwortlichen der HSG Hungen/Lich am vergangenen Wochenende organisieren. Sage und schreibe zehn Begegnungen fanden am Samstag und Sonntag in der Hungener Sport- und Kulturhalle statt. Es wären sogar elf Spiele gewesen, wenn die Partie von der zweiten Männermannschaft mangels Personals nicht verschoben worden wäre.
Den Anfang machte die WJC I in der Regionalliga gegen die SG Schenklengsfeld (Landkreis Hersfeld-Rotenburg). Bereits in der ersten Halbzeit geriet die Mannschaft auf die Verliererstraße (11:16). Die zweite Hälfte gestalteten die jungen Damen immerhin noch Unentschieden. Endergebnis 30:35. Zeitstrafen: 1:3; 7-Meter: 8:5:4:3.
Danach spielte die zweite Frauenmannschaft (Bezirksliga) gegen den TV Aßlar. Die HSG ließ gegen das Team aus dem Lahn-Dill-Kreis nichts anbrennen und unterstrich ihre Favoritenstellung. 29:14 lautete das Endergebnis. Vize-Herbst-Meister.
Mit dem TSV Griedel kam der Spitzenreiter der Männer-Bezirksoberliga zur gastgebenden HSG Hungen/Lich. Nach 30 Minuten geriet die stark ersatzgeschwächte junge Heim-Mannschaft schon leicht unter die Räder (11:19). Wie bei der WJC konnte man verhindern, dass der starke TSV Griedel noch einen höheren Auswärtssieg landete. Letztendlich entführten die Truppe aus dem Butzbacher Stadtteil beide Punkte mit einem 26:34.
Höhepunkt am Samstagabend: Frauen Regionalliga, HSG Hungen/Lich gegen die SG 09 Kirchhof II. Erste Halbzeit: Trotz einiger verletzten Spielerinnen zeigte die Mannschaft Tempohandball par excellence. Zur Pause stand es 20:12! Zweite Halbzeit: Unkonzentriert, technische Fehler, mangelhafte Deckungsarbeit. Mit viel Fortune retteten Aimée Mitzkat und Co. ihren halbzeitlich erzielten Vorsprung über die Spielzeit. Glücklicher Stand zum Spielende: 30:28.
Sonntagmorgen, 9:00 Uhr! Zu dieser Uhrzeit gehen andere Mitmenschen noch ihrem Schönheitsschlaf nach. Nicht die MJD II in der Bezirksliga, Gruppe 1, gegen die JSG Florstadt/Gettenau. Mit dem frühen Spiel kamen die Gästespieler besser zurecht. Mit 20:30, Halbzeit 9:17, entführten die Wetterauer beide Punkte.
Keine Chance hatte anschließend die MJD I als Tabellenschlusslicht der Bezirksoberliga gegen die Übermannschaft und ungeschlagenen Tabellenführer aus dem Land- und Stadtkreis Wetzlar, die HSG Dutenhofen/Münchholzhausen. Tapfer kämpfend aber ohne den Hauch einer Chance unterlagen die Jungs mit 14:45. Die BOL war und ist wohl eine Klasse zu hoch für die MJD I. Hier hilft nur: Mund abputzen und weiter am Erfolg arbeiten.
Um 11:30 Uhr, zu spät zum Frühstücken und zu früh für das Mittagessen, begrüßte die MJE (Bezirksklasse – Gruppe 2) die in dieser Klasse außer Konkurrenz mitspielende HSG Pohlheim II. Ein Spiel zwar ohne wert, aber gut zum trainieren mit Spielpraxis. Der Tabellenführer Hungen/Lich gewann mit 2:0. (Besondere Berechnung der erzielten Tore multipliziert mit den Torschützen).
Die zweite Mannschaft der WJC, die mit Spielerinnen der WJD aufgestockt wird, empfing in der Bezirksliga die WJSG Bieber/Heuchelheim II. Die Mädchen verloren zwar die Partie mit 18:28, konnten aber wieder Spielpraxis und Erfahrung im Umgang mit körperlich größeren Spielerinnen sammeln. Ein holpriger aber sinnvoller Weg für die Mädchen, welche in der Regionalliga (wJC I) kaum Einsatz bekommen würden.
Die MJC-Mannschaft des TSV Griedel war anschließend Gast bei den Alterskameraden der HSG Hungen/Lich (Bezirksoberliga). Nach 50 Spielminuten gewann Hungen/Lich durch ein hart umkämpftes 35:31. Beide Mannschaften schenkten sich nichts und gingen auch recht grob miteinander um. Zur Halbzeit zeigte die Anzeigentafel noch ein 12:14 zu Gunsten der Gäste. Hut ab vor diesem Siegeswillen und einer bravourös kämpfenden „HuLi“-Mannschaft.
Die Bezirksliga ist die Spielklasse, in der die WJB II auf Punktejagd geht. Verstärkt mit ein paar C-Jugend-Spielerinnen empfingen die jungen Damen die HSG Hinterland. Zunächst knapp (12:9 – Halbzeit) später komfortabel bezwang Hungen/Lich die Mannschaft aus dem Wetzlarer „Hinterland“. 26:18 lautete das durchaus erfreuliche Endergebnis.
Den positiven Abschluss des langen Handball-Wochenendes musste die erste Mannschaft der WJB (Bezirksoberliga) abliefern. In einem mit vielen unnötigen Fehlern behaftetem Spiel schlugen die Bier- und Schäferstädterinnen die Jugend-Spiel-Gemeinschaft weibliche Jugend B Kirchhain/Neustadt/Stadtallendorf knapp mit 23:22 (11:9). Herausragende Spielerin: Torfrau Jasmin Becker. Sie war mit der Garant für diesen knappen Erfolg.
von Andreas Kümpel | Dez. 17, 2024 | Aktuell, Frauen II
In einer verhältnismäßig torarmen Partie setzte sich die zweite Frauenmannschaft (ohne die erkrankte Laura Spieker) gegen den TV Aßlar am frühen Samstagnachmittag in der Schäferstadt-Halle Hungen ohne größere Probleme durch.
Torarm deshalb, da die Gastgeberinnen nur 14 Gegentore bei selbst erzielten 29 Treffern zuließen. Die von Julia Schweiger und „Chef“ Marcus Jung betreute Bezirksliga-Mannschaft führte nach acht Minuten mit 4:0 bevor Aßlar überhaupt zum ersten Erfolgserlebnis kam. Tor um Tor baute die zweite Frauenmannschaft ihren Vorsprung während des gesamten Spiels weiter aus. Einzig und allein mit der Gäste-Nr. 9, Maleen Roth, hatte die heimische Abwehr ihre Mühe. Aber auch mit dem Unparteiischen, der viele normale Abwehraktionen von Hungen/Lich mit einem Strafwurf für Aßlar ahndete. Unbeirrt zogen Leonie Henrich und Mannschaftskameradinnen ihre erfolgreichen Kreise auf der Platte der Schäferstadt-Halle. Simona Laurito leitete die Geschicke der Mannschaft, führte ihre Mitspielerinnen mit gutem Zuspiel zum Erfolg oder nutzte selbst die Chance zum Einnetzen. Gestützt von zwei sehr gut agierenden Torhüterinnen, mit schnellen Gegenstößen, geduldigem Spielaufbau oder auch Einzelaktionen gab es keinen Zweifel am doppelten Punktgewinn an diesem Nachmittag. Auch die technischen Fehler blieben seitens der Hausherrinnen Mangelware. Eine unschöne Abwehrtat gab es noch auf Aßlarer Seite, als Merit Schweiger nach Abspiel zu einer Mitspielerin so übel gestoßen wurde, dass sie fünf Meter durch die Halle flog und herb auf den Boden fiel. Der Schiedsrichter wollte oder konnte dieses grobe Foul nicht sehen. Dennoch siegte „Die Zwot“ deutlich mit 29:14. Da Gettenau/Florstadt gegen den Tabellenprimus Dilltal zur gleichen Zeit verlor, kletterte Hungen/Lich auf den zweiten Rang hoch und feierte den inoffiziellen Vize-Herbstmeister-Titel.
HSG Hungen/Lich: Nadja Schmalhaus und Alesia Grieb (Tor); Julia Schug, Maria Kreß, Marie Menne, Steffi Will (2), Simone Walther (2), Marlen Wolf (2), Celine Thiel (3), Shana Appel (3), Leonie Henrich (5/3), Simona Laurito (6) und Merit Schweiger (6).
Zeitstrafen: 1:2; 7-Meter: 3/3:6/4.
von Daniela Pieth | Dez. 17, 2024 | Aktuell, Frauen I
Erst Weltklasse, dann Kreisklasse. Ein Wechselbad der Gefühle machte die HSG Hungen/Lich im letzten Spiel des Jahres in der Regionalliga der Frauen durch. Gegen die SG 09 Kirchhof II folgte nach einem 20:12 zur Pause „nur“ der 30:28-Sieg, weil der Tank nach 45 Minuten leer war.
„Wie der Sieg zustande kam interessiert mich tatsächlich null, ich will auch gar nicht drüber reden“, sagte HSG-Trainer Paul Günther mit einer Nacht Abstand schmunzelnd. Denn seine Mannschaft lieferte alle Nuancen, die ein Handballspiel bieten kann.
Es dauerte gut zehn Minuten und die erste Ansprache von Günther beim 3:3 ehe seine Truppe zündete. 9:3, 14:8, sogar bis auf 20:11 schraubten seine Damen das Ergebnis hoch, ehe Kirchhof noch der 12:20-Pausenstand gelang. „Das war die beste Halbzeit, die wir in dieser Saison gezeigt haben.“ Der Ball lief schnell und flüssig durch die Reihen, die Abwehr funktionierte und ermöglichte ein gutes Tempospiel, Und selbst die Außenpositionen waren treffsicher wie lange nicht mehr. „Das war wie aus einem Guss“, lobte Günther.
Bis zum 24:15 in der 35. Minute von Aimée Mitzkat, die vortrefflich die Strippen im HSG-Spiel zog, war bei den Damen von Hungen/Lich alles im Lack. Danach schaltete die HSG jedoch um ein paar Gänge zurück und Günther gelang es nicht, seine Mädels wieder einzufangen. „Das muss ich mir tatsächlich ankreiden, dass ich es nicht geschafft habe, dass die wieder den Schalter umlegen.“ Dazu kam, dass Kirchhof seine Abwehr umgestellt hatte. Sobald die HSG seine Auslösehandlung startete, kam eine Abwehrspielerin von der 6:0-Formation in Manndeckung auf die Mitte heraus und störte den Spielfluss von Hungen/Lich damit erheblich. Die HSG fand darauf kaum antworten und so hatte Kirchhof in der 40. Minute auf 20:25 verkürzt.
Hungen/Lich begann zu taumeln, hielt sich bis zum 30:26 von Selina Lotz in der 52. Minute aber noch auf den Beinen. Trotz etlichen Fehlwürfen, unvorbereiteten Abschlüssen und nervöser und unsicherer Abwehr. Günther wechselte durch, versuchte alles, um seine Damen wachzurütteln, aber der Tank war leer. „Die sind auf der letzten Rille gelaufen“, so Günther, der seine Truppe nach dem Spiel in die verdiente Pause entließ.
Zum Glück für Hungen/Lich schaffte es Kirchhof in den letzten Minuten nicht, den Rückstand schnell zu verkürzen. Erst neun Sekunden vor Schluss netzte die SG zum 28:30-Endstand ein. „Das Spiel durfte keine Minute länger gehen, das war ein Ritt auf der Rasierklinge“, erklärte Günther, der auf eine Aufarbeitung des Spiels mit seinen Damen dankend verzichtete. „Es war das letzte Spiel in diesem Jahr mit einer überragenden ersten Halbzeit. Die hatten leider eine Viertelstunde zu früh vom Kopf her mit dem Spiel abgeschlossen. Das darf bei den kommenden Aufgaben auf keinen Fall passieren, das müssen sie lernen.“
Hungen/Lich: Liebich, David; Mitzkat (6), Knoblauch, Lotz (5/1), Schneider (6), Schweiger (4/1), Weber (1), Steinruck (2), Walther (1), Staub, G. Nau (5) und Bohn.
SG 09 Kirchhof II: Rehbein, Eimer; Lucas (3), Herbst (3), Groth, Radon, Kasartzoglou, Wagner (5), Wäscher (7), Hörder, Besir, Chmurski (5/2) und Pauser (5).
Schiedsrichter: Karsazy/Klöckner; Zuschauer: 350; Zeitstrafen: 8:6 Minuten; Siebenmeter: 3/2:3/2.